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Sonntag, 26. März 2017
Im Gespräch » GM Niclas Huschenbeth im Gespräch...
Im Gespräch

08.03.2017 - 17:35 von Klaus Steffan


1. Du bist als 18-Jähriger 2010 schon einmal Deutscher Meister geworden. Wie kam es dazu?
Es kam vieles zusammen, aber ich denke mein Kampfgeist hat den Unterschied gemacht. Ich lehnte in dem Turnier sechsmal Remis ab und gewann viele Partien danach noch, unter anderem auch die entscheidende in der letzten Runde mit Schwarz gegen Tobias Hirneise. Er hatte mir nach der Eröffnung Remis angeboten und mit dem Remis wäre ich sicherer 2. gewesen und hätte eine GM-Norm gehabt. Aber ich wollte es einfach wissen, lehnte ab, gewann und zog an Igor Khenkin vorbei und wurde Deutscher Meister

2. Danach bist Du 2012 quasi von der Bildfläche in Schach-Deutschland verschwunden. Schildere bitte kurz das Leben eines schachspielenden Studenten in den USA. Welche Kurse hast Du belegt? Welchen Abschluss hast Du jetzt? Welche schachlichen Erfolge resultieren aus dieser Zeit?
Genau, von 2012 bis 2016 habe ich an einer amerikanischen Universität in Baltimore Psychologie studiert. Ich habe interessante Einblicke in verschiedene Bereiche der Psychologie bekommen und es war insgesamt ein spannender Studiengang. Leider blieb nicht viel Zeit für Schach und so konnte ich nur ca. 3-4 Turniere im Jahr spielen. Schachliche Erfolge waren ein geteilter 1. Platz bei dem National Chess Congress in Philadelphia, ein Sieg beim Golden State Open in San Francisco und ein Sieg bei einem GM-Turnier in Charlotte. Auch das Millionaire Chess Open lief ziemlich gut für mich, da bin ich knapp in den Playoffs an der Qualifikation für den Millionaire Monday in der Kategorie unter Elo 2550 gescheitert.

3. Was machst Du jetzt? (beruflich , schachlich)
Ich studiere an der Freien Universität Berlin Wirtschaftspsychologie im Masterstudiengang. Nebenbei spiele ich so weit es das Studium zulässt Turniere und kümmere mich um meinen YouTube-Kanal.

4. 2900 Performance in Hamburg, der geteilte erste Platz jüngst beim Pfalz-Open, die ELO nahe 2600, welche Ziele hast Du speziell für die DEM in Apolda und mittelfristig bis 2020?[/I]
Es läuft ziemlich gut zuletzt, ich konnte meinen letzten vier Turniere mit einem entweder alleinigen oder geteilten ersten Platz abschließen. Und das macht natürlich Hunger auf mehr! Ich habe mir jetzt ein Ziel gesetzt: Bis zum 1. März 2018 möchte ich unter die Top 100 kommen. Bis 2020 habe ich noch nicht gedacht, erst einmal dieses Ziel erreichen, das wird schon schwer genug. Die DEM möchte ich gewinnen, ich komme nicht um Zweiter zu werden :)

5. Du spielst am 21. Juni in Apolda ein Simultan als Auftaktveranstaltung zur DEM. Einer deiner Vorgänger , Martin Krämer, erzielte 2010 an gleicher Stelle 100%. Welchen Tipp kannst Du deinen Gegnern vorab auf den Weg geben? Erleben wir den kreativen Niclas auf der Suche nach dem schönsten Zug oder den ergebnisorientierten Niclas, der die Punkte sauber einsammelt?
Ein Tipp an meine Gegner: Überrascht mich in der Eröffnung, dann habt ihr die beste Chance. Bereitet vielleicht spezifisch eine Nebenvariante vor und mit ein wenig Glück, kommt die dann aufs Brett und ihr bringt mich ins Schwitzen. Bei Simultans ist das immer eine Mischung bei mir: Ich möchte effektiv spielen und schnell Partien gewinnen, damit es nicht zu lange dauert und zu erschöpfend wird. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, spiel ich auch gerne mal schön. Im Endeffekt geht aber das Ergebnis immer vor, da bin ich ehrgeizig, auch bei einem Simultan.




Niclas Huschenbeth - YouTube-Kanal


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Im Gespräch » Klaus Bischoff im Gespräch...
Im Gespräch

20.02.2017 - 20:54 von Daniel Wanzek


1. Nach den Titelgewinnen bei den Deutschen Meisterschaften 2013 und 2015 könntest du 2017 eine kleine Sequenz vervollständigen…
Mit welchem Ziel kommst du zur 88. DEM nach Apolda?

Ich würde schon gerne unter die ersten drei kommen. Daß ich in den nächsten 30 Jahren 15 mal deutscher Meister werden kann (immer in den ungeraden Jahren), ist leider schwer vorstellbar.

2. Du hast im Schach bereits viele Erfolge feiern können - doch welchen bezeichnest du als deinen bisher größten schachlichen Erfolg? (Ich vermute, die Silbermedaille mit dem deutschen Team bei der Schacholympiade anno 2000 hinter Russland ist ein heißer Kandidat…)
Die richtige Antwort hast Du ja bereits vorweggenommen. Istanbul 2000 war wirklich unglaublich. Niemand hat vorher mit so etwas gerechnet.

3. Auf Frage 2 aufbauend: Welches soll dein größter schachlicher Erfolg werden? Welche Ziele möchtest du noch erreichen?
Der Verfall der Elozahl ist eine der weniger angenehmen Begleiterscheinungen, wenn man älter wird. Zum Thema Elo-Inflation habe ich viele Jahre lang immer nur das gesagt: " Elo-Inflation kenne ich nicht, ich habe immer 2550." Es wäre schon nett, wenn ich das mal wieder von mir geben könnte.

4. Repräsentiert dein Spielstil eher den Strategen oder den Taktiker?
Weder, noch! Ich gehe aber stets positionell vor.

5. Bist du Frühaufsteher oder Langschläfer?
Lieber Langschläfer. Mit "seniler Bettflucht" habe ich kein Problem.

6. In den vergangenen Jahren hast du dich als Kommentator profiliert. Falls du einmal bei einem Turnier vor die Wahl gestellt wirst, entweder selbst mitzuspielen oder aber das Geschehen der Anderen zu kommentieren: Wie würdest du dich entscheiden?
Inzwischen bin ich ein Kommentator, der ab und zu spielt um nicht zu sehr einzurosten.
Eine Einladung zu einem Turnier müsste schon sehr attraktiv sein, wenn ich dafür einen interessanten Kommentatorenjob abzusagen hätte.


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