Berichte

Blutspende in der 1. Etage - zur Elospende bitte eine Etage höher


Heute bat das DRK zur Blutspende, was von den Eingeborenen rege genutzt wurde. Die Spieler bevorzugten allerdings den vertrauten Turniersaal, die Gefahr blutleerer Remisschlüsse minimierend. Gleichwohl stieg in dieser dritten Runde die Anzahl an unentschiedenen, ausgekämpften Partieausgängen auf 50 %.
Ein Stoßseufzer von Liviu-Dieter Nisipeanu nach Partieende verriet, wie hart erkämpft sein Sieg gegen Klaus Bischoff, den Deutschen Meister der Jahre 2013 und 2015 gewesen ist. Der Staffelstab des Herausforderers geht jetzt auf Alexander Donchenko über, der Tobias Jugelt besiegte und nunmehr neben dem Ranglistenersten der einzige mit hundertprozentiger Punktausbeute ist. Alexander kommt ganz frisch mit der Empfehlung seines Turniersiegs beim Blitzturnier „BV_50+“ (Bernd hat mittlerweile ein Alter erreicht, über das man selbst ungern redet) anlässlich des Ehrentags von Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler. Bernd gewann übrigens die Kategorie „Jahrgang 1963“. Das Blitzturnier bot für manchen Spieler eine willkommene Gelegenheit, im Rahmen der Deutschen Meisterschaft Partien zu gewinnen.
Erfreulicherweise hat nach einem Drittel der Distanz niemand eine lange Rochade hinnehmen müssen. Aus der Rubrik Kurioses ist folgendes zu berichten: an einem Brett wurde versehentlich anstatt der Schachuhr ein Wasserglas gedrückt, glücklicherweise ohne jeglichen Kollateralschaden.

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Blutspende im Turnierhotel...
dw 25.06.207


Die Hamburger Raubritter machen fette Beute



Die diesjährige DEM findet im Hotel am Schloss zu Apolda statt. Besagtes Schloss, welches sich nur über den kleinen Teich entfernt vom Hotel in Sichtweite befindet, diente um die erste Jahrtausendwende dem Raubrittergeschlecht derer zu Vitzthum als Ausgangsbasis für ihre Beutezüge. Ebenfalls auf erfolgreichem Beutezug befinden sich derzeit die Hamburger Spieler, die dementsprechend thematisch korrekt in der Wohnstätte „Vitzthum“ residieren. Mit dabei Luis Engel, der mit dem kraftvollen 17. e5


eine schöne Minikombi startete, den Aufbau des Schwarzen widerlegte und einen Großmeisterskalp einheimste. Seinen Arbeitstag als erster mit einem Sieg beendete der jüngste Teilnehmer im Feld, Vincent Keymer. Kurz darauf folgte ihm Liviu-Dieter Nisipeanu, der an Brett 1 Besuch vom amtierenden Deutschen Meister Sergey Kalinitschew bekam. Die deutsche Nummer 1 konnte das erste Brett erfolgreich verteidigen und wird in der 3. Runde an gleicher Wirkungsstätte von Kalinitschews Vorgänger auf dem DEM-Thron, Klaus Bischoff, geprüft. Unter den Paarungen der Spieler mit den weißen Westen gab es beinahe durchweg entschiedene Ausgänge zugunsten der Setzlistenfavoriten. Einzig der Thüringer Meister Ferenc Langheinrich sprang aus der Reihe und hielt Rasmus Svane stand.
Was sonst noch auffiel: Matthias Tonndorf ist der Spieler mit den abrupten Partieschlüssen. Nach dem Selbstmatt in Runde 1 folgte jetzt eine Zeitüberschreitung seines Gegners im 40. Zug. Aufpassen muss Karsten Schulz, wer demnächst links neben ihm an der Bar Platz nimmt. An den vergangenen Abenden saßen dort jeweils seine Nächstrundengegner, die ihm anschließend den Punkt abnahmen.

dw 24.06.207


Die Ruhe nach dem Sturm


Nachdem das Orkantief Mitteldeutschland seine Referenz erwiesen hatte, kehrte pünktlich zur ersten Runde wieder Ruhe ein. Von einer Flaute war auf den Brettern jedoch nichts zu spüren. Ein streiflichtartiger Blick auf einzelne Bretter.
Dass sich neben der nationalen Spitze auch die Besten der Landesverbände für die 88. DEM qualifiziert haben, bekamen einige der Favoriten bereits in ihrer ersten Partie zu spüren: knapp die Hälfte aller Begegnungen endete nicht setzlistenkonform. Luis Engel bewies, dass er bei der kürzlich beendeten Internationalen Deutschen Junioren Meisterschaft (IDJM) einiges gelernt hat und trotzte der deutschen Nummer 2, Georg Meier, mit den schwarzen Steinen ein Remis ab. (Bei der IDJM hatten ihm seine Gegner erfolgreich gezeigt, wie man einen Favoriten stürzt.) Dmitry Kollars, seines Zeichens jüngster deutscher Großmeister, spielte in einer Partie mit ungleicher Materialverteilung schlussendlich die Kraft seiner Dame aus, welche sein Gegner Stefan Bücker (Chefredakteur der Zeitschrift KAISSIBER) selbst nicht mehr besaß. Ein paar Bretter weiter drängte der Vorjahreschampion Sergey Kalinitschew auf eine neue Dame und steckte dafür einen Turm ins Geschäft. Sein Ansinnen wurde allerdings durch ein Selbstmatt seines Gegners Matthias Tonndorf torpediert, der vor Wochenfrist Beinahe-Champion in der Königsklasse der Deutschen Amateurmeisterschaft geworden ist. Apropos Champion und Meister: das Duell Meister gegen amtierende Deutsche Frauenmeisterin endete mit einem Unentschieden im Geschlechterkampf – Jakob Meister und Jana Schneider trennten sich friedlich. Den Schlusspunkt dieser Runde setzte zu vorgerückter Stunde Rasmus Svane, der mit über 6,5 Stunden Spielzeit damit sogar noch seine in einer nächtlichen Odyssee dem Orkantief geschuldete Verspätung von 6 Stunden toppen konnte.
Mal schauen, ob sich in den oben skizzierten Partien auch die „Partie des Tages“ wiederfindet. Bleiben Sie neugierig!

dw 23.06.207


Meisterschaft feierlich eröffnet


Durch die Gewitterfront wurden die Anreisepläne einzelner Spieler der Deutschen Meisterschaften arg durcheinandergeschüttelt. Am Schlimmsten hatte es Rasmus Svane erwischt. Der Norddeutsche geriet im wahrsten Sinne des Wortes „zwischen die Fronten“ und musste in Göttingen Zwischenstation mit 6 Stunden Verspätung einlegen.
Trotz einiger Nachzügler absolvierte Ralph Alt routiniert den technischen Teil der Meisterschaftseröffnung. Das erste Brett wurde mit Schwarz für den ELO-Besten der Setzliste ausgelost. Danach erklärte ich den Ablauf im Hotel und das Drumherum. Jürgen Steiger von der TSG Apolda stellte das Projekt Tagespreise und die anstehende Stadtführung mit dem singenden Stadtführer vor. https://www.stadtfuehrung-apolda.de/singender-nachtwaechter/
In der Vereinsbrauerei eröffnete dann Apoldas Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand ganz offiziell die 88. igsten Deutschen Schach Meisterschaften. Er lobte das Engagement der Schachsportler für die Stadt. 2017 stellt diese Meisterschaft einen besonderen Höhepunkt im vollen Kalender Apoldas dar.
Dauerndes Donnergrollen begleitete die Spieler dann ins Hotel und zur Nachtruhe.

bv 22.06.207

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